Onam ist das bedeutendste und größte Fest in Kerala, dem Nachbarbundesstaat von Karnataka. Es wird in verschiedenen Formen aber in ganz Indien gefeiert. Ursprünglich war es in erster Linie ein Erntedankfest. Die Natur zeigt sich in ihrem Festtagskleid in glänzendem Grün, reich an Früchten und Blumen. Die Reisfelder wiegen sich in reifem Goldschimmer. Das Wetter ist sonnig und warm.
Onam wird zu Beginn des ersten Monats = Chingam des Malayalam-Kalenders, gefeiert. Da er ein Mondkalender ist, verändern sich
die Zeiten und entsprechen in etwa Ende August/Anfang September im Gregorianischen Kalender und Bhadrapada, dem Hindu-Kalender.
Ein weiterer Grund für Onam stammt aus einer Legende:
Es wird berichtet, dass die Zeit, in der König Mahabali regierte,
ein goldenes Zeitalter war. Der König wurde als weise, gerecht und großzügig verehrt. Allen im Staat ging es sehr gut, jeder Einwohner wurde gleichberechtig respektiert, unabhängig von Schicht, Kaste oder Einkommen. Es gab weder Kriminalität, noch Armut, noch Korruption.
Die Menschen verehrten ihren König Mahabali wie einen Gott.
Deshalb wurden die Götter eifersüchtig und neidisch … und beratschlagten, wie sie selbst wieder in den Genuss von Opfergaben kommen konnten.
Wie gesagt, der König war sehr großzügig und wohltätig. Nie schlug er einem Bittsteller einen Wunsch aus. Diese Tugend wurde von den Göttern ausgenutzt. Der Gott Vishnu erschien als Zwerg Vanama vor dem König und bat um ein Stück Land. Es erstaunte zwar den König, dass er soviel Land wollte, wie er mit 3 Schritten umfassen kann, doch er stimmte zu. Ein weiser Berater machte ihn aufmerksam, dass der Zwerg keine gewöhnliche Person war. Der König wollte jedoch sein gegebenes Wort halten. Darauf dehnte sich der „Zwerg“ so weit aus, dass seine Gestalt kosmische Größe annahm. Mit dem ersten Schritt bedeckte er die gesamte Erde, mit dem zweiten das Himmelsgewölbe. Dann fragte er den König, wohin er denn nun den dritten Schritt setzen solle. Jetzt wurde dem König klar, dass dies wirlich kein gewöhnlicher Brahmanen-Junge gewesen war und er mit dem dritten Fußtritt die Erde zerstören würde.
Deshalb verbeugte sich der König vor Vanama und bat ihn, den dritten Schritt auf seinen Kopf zu machen, damit er sein Versprechen halten könne. Dies geschah und der König wurde damit nach patala, d.h. in die Unterwelt gedrückt.
Dort erschien ihm Vishnu in seiner wahren Gestalt und erklärte, dass der König getestet werden sollte, ob er ein gegebenes Versprechen halten würde. Dies war zwar geschehen, aber der König mußte in der Unterwelt bleiben. Ein Wunsch wurde ihm erfüllt: Jedes Jahr einmal wollte er sein Volk besuchen um zu sehen, ob es diesem gut gehe.
Vishnu war berührt über diesen Wunsch, segnete ihn und erklärte, dass der König weiterhin von seinem Volk und von ihm geliebt würde. Sein Wunsch, einmal im Jahr auf die Erde zurückzukehren, wurde ihm erfüllt.
Dieser „Besuch“ wird nun jedes Jahr als Onam gefeiert mit viel Begeisterung, um dem König zu zeigen, dass es den Menschen gut geht.
An meiner Schule wurden die Kinder deshalb in Gruppen aufgeteilt und alle halfen zusammen, um den König gebührend zu begrüßen: sie fertigten verschiedene Pookalam für ihn an:

karininindien - 10. Sep, 14:11